Mix-Tipps #1

Als Ansporn für das neue Jahr will ich meinen Blog (auch) benutzen, um kleinere und größere Erkenntnisse beim Recording und Mixing festzuhalten. Den Anfang macht heute ein Tipp, der immer wieder in Foren und Podcasts zu hören ist – jedoch häufig nicht (frühzeitig) genug benutzt wird: Beim Abmischen von Zeit zu Zeit die Abhöre wechseln !

Monitore reagieren und klingen anders als Kopfhörer, und diese wiederum unterscheiden sich im Klang von Ohrhörern (Earbuds, in-Ear Headsets). Bei einer immer später werdenden Mix-Session am vorletzten Tag des Jahres konnte ich kurz vor Ende meinen Ohren nicht trauen. „Nur noch mal eben auf Kopfhörer gegenchecken“, dachte ich. Pustekuchen ! War das der gleiche Mix ? Das ist doch dasselbe Piano (?) Wieso gehen auf einmal die Vocals im Vergleich unter ???

Die Antwort, so dachte ich beim nachjustieren kurze Zeit später, liegt wohl darin, dass in diesem Beispiel die relevanten Piano-Frequenzen (800-2000Hz) im Kopfhörer durch die geringere Membran-Masse quasi in Nullkomma-Nichts ansprechen. Auf der Monitorbox muss im selben Frequenzbereich erst die bestimmt 100fache Masse in Schwingung versetzt werden…

Eins der Ziele und eine gleichsam goldene Regel im professionellen Mixing ist: Der Gesamtsound soll auf möglichst verschiedenen Geräten möglichst (subjektiv) gleich gut klingen. Wobei wir „subjektiv“ und „gut“ gerne mit „angenehm“ ersetzen können – ein Radiorecorder ist eine andere Welt als ein High-End-Aktivlautsprecher. Das mag wie die Quadratur des Kreises scheinen, doch die Mühe lohnt sich. Einfach mal überlegen, welcher Song zum Hit geworden wäre, wenn man ihn nicht auf Küchenradio wie auf der Super-Hifi-Anlage gerne lauter gedreht hätte…

Zurück zu Vorgestern: In der Tat ließ sich ein Sound finden, der auf Box und Kopfhörer gleichmäßig gut klang. Frage mich nun, ob ein früheres Gegenchecken mir im gesamten Verlauf Arbeit erspart hätte…

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Veröffentlicht unter Mixing und Mastering

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