Berlinale 2014, die 2. …oder wie Arthouse und After Work nicht zusammen passen

Was hatte ich erwartet ? Ein einsichtsreiches Bio-Pic: Wohl eine pastorale Vision der Kindheit Abraham Lincolns im ländlichen Illinois. Die gab es auch, doch auf hehre Bilder der Säulengänge des Washingtoner Capitols (ernsthaft ?) gleich zu Beginn folgten ausgiebige, geschmackvolle (zu geschmackvolle) Schwenks von Wald-Perspektiven …immer in Unter-Perspektive, versteht sich [ kein Schelm, wer dabei denkt: Co-Produzent Terence Malick]

The better angels

Sorry, aber die nächste Parallele zu Malick, zumindest zu seinem letzten Film „Tree of life“ waren hier halt der klischeehaft schroffe Vater und die musenhafte Mutter.

Der Film verbrämte Kindheits-Episoden Lincolns mit zu viel verklärtem, unerklärten, natur-mystischen. Gefiel sich dabei immer wieder zu sehr im Stylistischen. Montage und Inszenierung, die beeindrucken wollten. Der Soundtrack, der immer wieder Bruckner und Dvořák (natürlich das Largo „Aus der Neuen Welt“) bemühte, tat ein übriges.

Ich musste erkennen, dass dies nicht der richtige Film im Anschluss meines Arbeitstages war…wobei die schlecht verständlichen Dialoge und das nahezu gemurmelte Voice Over ein übriges taten. Untertitel wurden diesmal schmerzlich vermisst.

Der späte und spärliche Applaus lassen vermuten, dass nicht nur ich so dachte. Fast schon erleichtert, dass Regisseur oder Team nicht anwesend waren und uns somit ein verquastes Q&A erspart wurden. Doch vielleicht hätten wir den Film dann auch (anders) verstanden …wer weiß ?

In Kürze: Wir können alles, außer klein

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