das fängt ja gut an – Berlinale 2014 Film #1

Im Vorfeld, also besser gesagt im Vorverkauf hatte ich dieses Jahr bereits 2 „epic fails“:  zum einen Vorstellungen, die zeitlich so knapp sind, dass es gar nicht klappen kann (Haus der Kulturen der Welt – Delphi in 12min …alles klar), zum anderen zwei komplett überlappende Filme – das hatte ich auch noch nicht.

Die nach dem Durchackern des Filmprogramms (rund 150 gelesene Inhaltsangaben) aufgekommene Vorfreude bekam also prompt Dämpfer. Um so wichtiger, dass die persönliche Berlinale Woche gut anfängt. Was fast scheiterte, denn -fail #3- ich hatte die Anfangszeit falsch abgespeichert und kam nur mit viel Glück rechtzeitig im Cinestar an. Sitzplatz in Reihe 2, tja.

Akin am Telefon mit seiner Frau daheim.

Thou wast mild and lovely – war eine Verlegenheitslösung. Ich gebe zu, dass ich eigentlich ein anderes Ticket für Freitag Abend bevorzugt hätte… andererseits las sich dieser Film nicht uninteressant und war für den späten Freitagabend (wohlgemerkt  nach einer Spätschicht im Dayjob) angenehm kurz: 76′ Laufzeit. Normalerweise für mich ein Ausschluss-Kriterium. Ich meine: Preisabschlag gibt es ja auch nicht.

Der Debüt-Film von Josephine Decker ist eine Melange aus mysteriösem Drama und äh, Liebesfilm. Die naturverbundene Sarah lebt auf einer selbst bestellten Klein-Farm im ländlichen Kentucky. Mit ihrem „Daddy“ (Daddy?) verbindet sie eine seltsame, raue Beziehung. Saisonal ansässige Gelegenheits-Arbeiter sind da -in jeder Hinsicht- eine willkommene Abwechslung. Der diesjährige, verschlossene Akin macht da keine Ausnahme. Seinen Ehering lässt er auch gleich im Auto, sieht sich aber alsbald und ständig „Daddy“s Verbalattacken ausgesetzt. Der Sommer hat mehr Spannung als Akin lieb sein kann. Soll ich noch erwähnen, dass die Emotionen spätestens hochkochen, als Akins Ehefrau nebst Kleinkind (auf Einladung von „Daddy“!) vorbeischneien ?

Handwerklich sehr ordentlich und innovativ fotografiert (..ein Beischlaf aus den Augen einer Kuh betrachtet), beeindruckt das ganze noch mehr, als wir im Anschluss beim Q&A mit Regisseurin, Darstellern, Kamerafrau und Produzentin hören, dass das ganze innerhalb von 2 Wochen mit einem verschwindend geringen Budget realisiert wurde. Und im Anschluss in endloser Heimarbeit editiert wurde. Na, alle waren bestens gelaunt, nicht zuletzt wegen der so gut wie ausverkauften Vorstellung.

v.l.n.r:Kristin Slaysman, Kamerafrau Ashley Connor, Joe Swanberg, Sophie Traub, Regisseurin Josephine Decker

Anmerkung Q&A. Die letzte Frage des Abends offenbarte, dass der Fragesteller a) aus Deutschland kam, b) sich seines Eindruckes nicht sicher war und c) dies zu allem Überfluss dann auch in Englisch wenigstens nicht rüber bringen konnte. Uff.

In Kürze hier: Arthouse und After Work… kann das gut gehen ?

Veröffentlicht unter Berlinale

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