Berlinale 2014, die 8te …oder: eine Reihe unerfreulicher Todesfälle

Das Fantasy Film Festival könnte sich beschweren: hey, bleibt bei euren Leisten und lasst uns unser Kerngeschäft.

The Midnight After

Eine Zufallsgemeinschaft von Bus-Passagieren spätnachts/frühmorgens. Der Busfahrer ein fetter, lauter Typ aber mit Herz am rechten Fleck. Ein bebrillter, stiller Nerd. Ein junges Ehepaar. Ein flüchtiger Junkie. Eine schnippische Wahrsagerin/Brokerin(!), ein sensibler Androgyner, ein vorlauter, den Daddy gebenden Best-Ager, zwei blutjunge Partykids, 4 Medizinstudenten, eine mysteriöse junge Frau, ein boy-next-door Typ, ein… alles klar? Die Dialoge schon vor der Abfahrt lassen schon einiges erwarten.

Als der Bus aus dem Tunnel zum Hong Konger Außenbezirk Tai Po heraus kommt, ist es selbst für 3:00 morgens zu still: Die Welt ist menschenleer, wohin sie auch fahren… keine Menschen, keine Autos, niemand. Man trennt sich, um jeweils in der eigenen Nachbarschaft zu suchen. Ein erschreckender Anruf, den alle per Handy erhalten, lässt sie sich wieder treffen. Mysteriösen Visionen folgen und, nun ja, spektakuläre Unfälle mit noch spektakuläreren Todesfolgen. Was geht hier eigentlich vor ? Wir werden nicht schlauer, können aber auch keine Sekunde wegsehen…

eine schicksalshafte Busfahrt

Anleihen bei Twilight Zone, Stephen King, ‚Lost‘, dem Kult-SciFi „Quiet Earth“, David Bowies ‚Space Oddity’… hier wird so lebenslustig und verwegen drauf los zitiert, dass das Herz hüpft. Diesem Film ist aber auch so was von SCHNUPPE, was andere denken mögen – und manchmal ist das die größte Tugend von allen ! Die kunterbunte Darsteller-Riege darf sich richtig austoben, auch in den Dialogen voll handfester Komik.

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Einziger Wermutstropfen war das halb-offene Ende. Doch der joviale Regisseur Fruit Chan, der im Anschluss mit den jugendlichen Hauptdarstellern unter lautem Jubel die Bühne enterte hatte die beste aller Antworten parat. Als ein Zuschauer rief „What does the ending mean?“ trat er vor und skandierte dem Luft-anhaltenden-Publikum: „I have two words: next year… same time… Part TWO !“ Lautstarkes Gelächter.

Dies ist ernst zu nehmen, wenn der Film erfolgreich läuft – und davon ist aus zu gehen. Letztes Nerdwissen: die Story basiert auf einem Online-Roman, welcher vor 2 Jahren in kürzester Zeit Kult-Status erreichte…

In Kürze hier: Was bleibt, wenn das Augenlicht geht.

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