Berlinale 2016, take 1 oder: Elternfreuden

Seltsamerweise bot der erste Freitag dies Jahr vor- bis nachmittags kaum Interessantes für mich im Vorverkauf.

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Flucht zu Dritt. Sohn, Esel, Mama, Papa in spé (von links nach rechts)

Le fils de Joseph‚ (Frankreich/Belgien) am Abend konnte dafür gleich am Anfang überzeugen.

Durchweg kurios-unterhaltsam, wenn auch ein wenig gekünstelt und surreal. Das war jedoch, wie auch die durchaus gestelzten Dialoge gewollt. Der jugendliche Vincent stößt bei seiner Mutter, einer alleinerziehnden Krankenschwester, auf Schweigen was die Identität seines Vaters betrifft. Man trennte sich als er seinerzeit eine Abtreibung forderte. Eines Tages beginnt Vincent selbst zu recherchieren, und stellt seinen Erzeuger in dem aufgeblasenen Lektor Oscar. Es kommt fast zur Katastrophe. Der Junge flieht und trifft dabei zufällig den Lebenskünstler Joseph. Die beiden sind sich von Anfang an und nun wird Joseph ihm zum väterlichen Freund. Vincent lasst es nicht unversucht, seine Mutter mit Joseph zu verkuppeln. Klimax ist

Eine Reihe von absurden bis bizarren Situationen -die aber lakonisch statt klamottig exerziert werden.

Und sonst? Nickerchen-Momente:2 (erster Tag, Kleinigkeit) Klingelnde Zuschauer-Handies:2

Im gleichen Haus dann zwei Stockwerke höher ins IMAX. Der Sitzkomfort wie immer klasse. ‚The Ones Below‚ (Großbritannien) wäre ein Stoff gewesen, der Alfred Hitchcock gut gefallen hätte. Ab der zweiten Hälfte des Filmes ertappte ich mich bei Überlegungen wie der das umgesetzt hätte. Besser? Nur vielleicht. Regisseur und Autor James Farr hat hier schon ganze Arbeit geleistet. Eine Klasse-Besetzung tut ein Übriges.

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Wir alle kennen das: Sind die Nachbarn zuhause ? Hoffentlich nicht.

Justin und Kate sind froh in ihrem Doppelhaus neue Mieter zu haben. Die „Neuen“ Jon und Teresa erwarten noch dazu wie auch Justin und Kate ihr erstes Kind. So aufdringlich herzlich wie Teresa jedoch ist, so schroff und mysteriös ist Jon. Durch einen tragischen Hausunfall -den die neuen Untermieter jedoch später im Streit Kate zur Last legen- verliert Teresa ihr Baby. Nach einigen Wochen der Trauer kehren die immer irgendwie seltsamen Neumieter in die Wohnung zurück. Und bieten Versöhunung und erneut gute Nachbarschaft an. Die trügerische Ruhe wahrt nicht lange.

Man sieht es zwar kommen, doch wie, wann und wie heftig hier die Schraube angezogen wird ist nichts für schwache Nerven.

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